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Yip
Man war ein wahrer Großmeister des Wing
Tzun - Stiles, der von der gesamten Kung-Fu
- Welt seiner Zeit anerkannt war. Mit seinem
außergewöhnlichen Temperament und
seiner Selbstachtung schenkte Großmeister
Yip Man weder den banalen Eitelkeiten des
Lebens, wie Ruhm und Glück, große
Aufmerksamkeit, noch hatte er das unhöfliche
und verächtliche Verhalten mancher Kung-Fu
- Leute. Wenn man ihn traf, gab es keine Heuchelei.
Er hatte die Gabe einem mit Besonnenheit zu
begegnen. Seine Aufrichtigkeit, Herzlichkeit
und Gastfreundschaft waren überall bekannt.
Als wahrer "Gentleman" und Gelehrter
verkörperte er Gelassenheit und Vornehmheit.
Seine Gespräche, im Akzent des Fatshan
- Dialektes, zeigten seinen sorglosen und
immer freundlichen Charakter. |
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Ein
vornehmer Kung-Fu Fan
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Geboren
in einer angesehenen Familie, die vermögende
Eigentümer einer großen Farm und einer
Häuserzeile entlang eines ganzen Straßenzuges
waren, hätte er ein vornehmer junger Mann
sein müssen, der ein behütetes und geschütztes
Leben führte und dem es nie erlaubt war,
seine Hände schmutzig zu machen. Doch, zur
Überraschung aller, zeigte Yip Man ein besonderes
Interesse an den Kampfkünsten. Im Alter von
13 Jahren erhielt er Kung-Fu - Unterricht von
Chan Wah Shun, dessen Spitzname "Wah der
Geldwechsler" war. Chan Wah Shun war der
Lieblingsschüler von Großmeister Leung
Jan, der in Fatshan in der Kwangtung - Provinz
lebte. Als "Wah der Geldwechsler" eigene
Räume mieten musste, um seine Anhänger
unterrichten zu können, erlaubte ihm der
Vater von Yip Man den Ahnentempel der Yip - Familie
zu nutzen. Aufgrund es hohen Schulbeitrages, den
er seinen Schülern abverlangte (meist mehr
als 3 Taels Silber im Monat) hatte er nur eine
kleine Anzahl von Schülern in seiner Schule.
Yip Man, als Sohn des Eigentümers der Räumlichkeiten,
bekam Kontakt zu Wah. Angezogen durch Wah´s
Kung-Fu - Techniken, beschloß Yip Man schließlich
ihm im Streben nach der Kampfkunst zu folgen.
Eines Tages, zu Wah´s Überraschung,
brachte Yip Man ihm 3 Taels Silber und bat ihn,
ihn als Schüler aufzunehmen. Das weckte Wah´s
Mißtrauen. Woher hatte Yip Man das Geld
erhalten. Nach Anfrage bei seinem Vater, fand
Wah heraus, dass Yip Man das Geld aus seiner Sparbüchse
genommen hat um den Schulbeitrag zu zahlen. Berührt
von Yip Man´s Eifer und festem Wunsch Kung-Fu
zu lernen, akzeptierte Wah ihn letztendlich als
Schüler. Er unterichtete ihn jedoch mit wenig
Enthusiasmus, weil er Yip Man als jungen Gentlemen
für zu zart für eine Kampfkunst hielt.
Trotzdem war Yip Man bestrebt viel zu lernen,
indem er seine Intelligenz und die Hilfe seiner
älteren Kung-Fu Brüder (Sihings) nutzte.
Das räumte letztlich Wah´s Vorurteile
gegen ihn aus. Er begann Yip Man ernsthaft die
Kunst des Kung-Fu zu lehren. Während seiner
36-jährigen Lehrertätigkeit unterrichtete
Chan Wah Shun insgesamt 16 Schüler, einschließlich
seines eigenen Sohnes Chan Yu Min. Unter diesen
Schülern war Yip Man der jüngste, der
ihm folgte und bis zu seinem Tod bei ihm blieb.
Yip Man war 16 Jahre alt als sein Meister "Wah
der Geldwechsler" an einer Krankheit starb.
Im selben Jahr verließ er Fatshan, um in
Hongkong am St. Stephen College seine Ausbildung
fortzusetzen.
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Während
der Jahre in denen Yip Man die Schule besuchte
gab es eine Begebenheit, die Erfahrung eines Misserfolges,
welche sich letztlich als Segen herausstellte
und die er nie vergaß. Es war eine Niederlage
in einem Kampf, die darin endete, dass er die
höchste Vollendung in seinem Kung-Fu Stil
erreichte. Als aktiver Teenager war er in einer
Gruppe Gleichgesinnter seiner Schule, die alle
mehr oder weniger sein Alter hatten und sich gern
mit ihren europäischen Mitschülern rauften.
Durch seine Kampfkunstausbildung besiegte Yip
Man sehr oft seine europäischen Gegner, obwohl
er viel kleiner war als sie. Zu späterer
Zeit gab er zu, dass er in diesen Tagen viel zu
stolz auf sich war.
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Eine
Herausforderung zum Kampf
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| Eines
Tages sagte ein Klassenkamerad, der Lai hieß,
zu Yip Man, dass es in der Firma seiner Eltern einen
Kung-Fu-Mann gibt, einen Freund seines Vaters, der
älter als 50 Jahre ist. Er fragte ihn, ob er
sich trauen würde ein paar Bewegungen mit diesem
Kung-Fu-Mann zu machen. Yip Man, ein äußerst
selbstbewußter junger Mann, der nie eine Niederlage
erfahren hatte und sich zu dieser Zeit vor niemandem
fürchtete, willigte in ein Treffen mit diesem
älteren Mann ein. Am vereinbarten Tag ging
Yip Man, geführt von seinem Klassenkameraden,
zu einer Seidenfirma in der Jervois Street, um den
älteren Mann zu treffen. Nach der Begrüßung
teilte Yip Man ihm seine Absicht mit. Der Mann,
der Yip Man als Mr. Leung vorgestellt wurde, antwortete
ihm lächelnd: "Du bist also Schüler
des verehrten Meisters Chan Wah Shun aus Fatshan.
Du bist sehr jung. Was hast Du von Deinem Si-Fu
gelernt? Hast Du schon die Chum-Kiu-Form gelernt?"
Aber Yip Man war so ungeduldig den Kampf zu beginnen,
dass er dem Mann nicht zuhörte und nur ein
paar belanglose Worte antwortete, während er
seine langes Gewand ablegte und sich für den
Kampf bereit machte. |
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In
diesem Moment erklärte der ältere Mann
Yip Man lächelnd, dass er ihm erlaubt, alle
seine Körperteile mit verschiedensten Angriffen
zu attackieren und er sich selbst nur auf reine
Abwehr beschränkt. Er werde keinen Gegenangriff
starten und Yip Man auf gar keinen Fall verletzen.
Das erhitzte Yip Man´s Gemüt nur noch
mehr, aber trotzdem griff er ruhig und besonnen
an. Er attackierte den Mann scharf, doch er schien
diese Angriffe mit Leichtigkeit und Ruhe abzuwehren,
so dass Yip Man häufig am Boden landete.
Er stand jedes Mal wieder auf und attackierte
den Mann mit einem anderen starken Angriff. Am
Ende musste er sich geschlagen geben und die Niederlage
hinnehmen. Später stellte er fest, dass dieser
ältere Mann Mr. Leung Bik war, der jüngste
Sohn von Großmeister Leung Jan aus Fatshan,
dem Si-Fu von Chan Wah Shun (der Yip Man unterrichtet
hatte). Von diesem Tag an folgte Yip Man viele
Jahre lang Leung Bik und lernte von ihm alle Geheimnisse
des Wing Tzun. Im Alter von 24 Jahren kehrte Yip
Man in seine Heimatstadt Fatshan zurück und
hatte seine Fähigkeiten in dieser Kampfkunst
vollendet.
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Keine
Absicht zu unterrichten
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Während
der folgenden Jahre war Yip Man als Kampfkunstexperte
bei den Leuten in Fatshan hoch angesehen, aber
er hatte nie die geringste Absicht seine Fähigkeiten
weiterzugeben und Schüler zu unterrichten.
Er hielt sich immer an das Gebot des Wing Tzun,
dass eine Verbreitung nicht im Sinne seiner Begründerin
ist. Er beabsichtigte niemals seine Fähigkeiten
weiterzugeben, nicht einmal an seinen eigenen
Sohn. Daher konnte er sich niemals vorstellen,
Ausbilder dieser Kampfkunst zu werden.
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Erste
Entwicklungen des Wing Tzun
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Im
Jahre 1949 wurde Yip Man, durch die Hilfe von
Lee Man, die Stelle des Kampfkunstlehrers der
Gewerkschaft der Restaurantarbeiter von Hongkong
angeboten. Nach langen Überredungsversuchen
willigte Yip Man ein. Nachdem er zwei Jahre als
Kung-Fu-Lehrer tätig war, gründete er
seine eigene Schule im Bezirk Yaumatei in Kowloon
und begann auch andere Schüler zu unterrichten
(nicht nur Restaurantarbeiter). Später, als
immer mehr Schüler zu ihm kamen musste er
mit seiner Schule in größere Räumlichkeiten
umziehen. Yip Mans Ruhm und der praktische Wert
des Wing Tzun wurden besonders von den Polizeikräften
bewundert und er fand immer mehr Anhänger
unter ihnen.
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Als
letzte Leistung, um Wing Tzun immer bekannter
zu machen, gründete er 1967 die "Hongkong
Ving Tsun Athletic Association". Im Mai 1970
als der Unterricht in seiner Wing Tzun - Schule
gut lief, beschloß Yip Man sich vom Unterricht
zurückzuziehen um ein ruhiges Leben zu führen.
Er übergab seine Schüler und den Unterricht
an seinen Lieblingsschüler Leung Ting.
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| Zurück |
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